Anbau
Haus Dr.Lederer
Stadlberg 18, Strasswalchen
Kenndaten
Bauherr: Dr.Lederer
Nutzung: Wohnhauserweiterung
Planung: 2005
Ausführung: 2005/2006
Fertigstellung: 2006
Grundstücksfläche: 1.157 m2
Nutzfläche: 137 m2
Der bestehende etwa 200 Jahre alte Hof wurde vom Vorbesitzer in Mattsee behutsam abgetragen und auf der Anhöhe von Stadlberg bei Straßwalchen wieder aufgebaut. Beim Wiederaufbau wurde jodoch keine Unterkellerung hergestellt. Für die neuen Besitzer wurde schnell der Wunsch nach einem lichtdurchfluteten Wohnraum, einem zusätzlichen Elternbad und entsprechenden Lagerflächen laut. Zusätzlich sollte eine kleine Ordination und ein Carport für 2 Pkw Platz finden. Die eigentliche Herausforderung bestand nun darin, das im Vergleich zum bestehenden Hof umfangreiche Raumprogramm, bzw. Bauvolumen so umzusetzen, das der Hof als Solitär nicht beeinträchtigt wird. Weiters stellte sich die Frage mit welcher Matrialität man dem geschichtsträchtigen Bestand begegnet. Der gewählte lehmfarbene Sichtbeton bleibt eigenständig für den Neubau und läßt Platz für die Einzigartigkeit des alten Holzbestandes. Beide Gebäudeteile bleiben karakteristisch selbstständig, unterstreichen damit das alte Solitär, verbinden sich aber subtil durch die gewählte Brettelschalung der Betonskulptur. Diese gewählte Struktur und Farbgebung bleibt Aussen wie auch in sämtlichen Innenräumen sichtbar. Die beauftragte Baufirma hat die enorm hohen architektonischen Datailansprüche des Architekten mit Bravur gemeistert. So ist kein einziges Schalungsloch das zur Aussteifung der doppelschaligen Wände notwendig ist sichtbar. Dies ist nur mit sehr hohem Schalungsaufwand möglich. Jedes einzelne Schalungsbrett war neuwertig und verläuft ohne Unterbrechung geradlinig durch das gesamte, höhenmäßig sehr differenzierte Bauwerk durch.
Der aufgesetzte Badezimmerkubus befindet sich im direkten Anschluß an das ehemalige Scheunentor im 1.OG des Hofes. Dort wo seinerzeit das Heu eingebracht wurde sollte nun ein Raum in Form eines Strohballens entstehen. Ursprünglich war beabsichtigt diesen Teil auch mit Stroh zu verkleiden. Aufgrund des raschen Verwitterungsprozesses wurde dieses Gebäudeelement jedoch mit einer unbehandelten Lärchenlattung versehen.